Du geliebtes Kind

Wer kennt diese Gedanken nicht: Liebt Gott mich wirklich? Immer wieder habe ich mich in der Vergangenheit ertappt, wie ich mit dieser Frage zu kämpfen hatte. Immer wieder dieser Gedanke, ob Gott mich wirklich liebt und ob Er mich gerade jetzt liebt. Gerade jetzt in meinen Fehlern! Gerade jetzt in meinen falschen Entscheidungen! Gerade jetzt, obwohl ich so weit weg von Ihm bin! Dieser Artikel hier soll ein biblisches Fundament für unser geistliches Leben legen. Es heißt, dass Wahrheit frei macht und ich möchte an dieser Stelle mit dir zusammen den Gedanken, dass Gott dich eventuell doch nicht lieben könnte entmanteln und darlegen, dass dieser Gedanke auf einer Lüge basiert! Bereit? Ich auch!

Jeder kennt die Bibelstelle aus Johannes 3,16. Ich vermute, dass sie eine der bekanntesten und meistzitierten Bibelstellen der Welt ist. „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat“ (Joh 3,16). Gott hat die Welt, den Kosmos, so sehr geliebt, dass Er für sie Sein Leben gegeben hat. Das verwendete Wort für geliebt in diesem Textabschnitt ist im griechischen agape. Agape wird immer im Kontext der Liebe Gottes für den Menschen verwendet und stellt eine Liebe dar, die bedingungslos ist. Noch bevor Jesus ans Kreuz ging, hat Gott, der Vater, die Welt bedingungslos geliebt. Wow! Was für eine Botschaft. Der Sohn ging nicht ans Kreuz, damit der Vater die Welt lieben kann, sondern Er ging ans Kreuz, weil der Vater die Welt bereits zuvor liebte! Jesus musste nicht sterben, damit Gottes Abneigung dem Menschen gegenüber verschwindet, sondern Er war sich schon immer Seiner Liebe dem Menschen gegenüber bewusst. Jesus starb, damit der Mensch wieder in eine Begegnung mit dieser Liebe kommen kann. Er gab Sein Leben, damit der Mensch wieder in Gemeinschaft mit Gott leben kann. Ja, Gott hasst Sünde. Er verabscheut sie, doch Er verabscheut und hasst nicht den Menschen, der sündigt! Paulus schreibt im Römerbrief weiter, dass Gott seine Liebe zu uns darin erweist, dass Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist (vgl. Röm 5,8). Als wir noch Sünder waren starb Er für uns und das ist der größte Liebesbeweis, den ein Wesen jemals erbringen kann. Er hat uns bereits bevor wir Christ wurden und Ihm unser Leben anvertraut haben bedingungslos und radikal geliebt. Für Ihn bestand noch nie die Frage, ob Er uns heute liebt oder nicht! Er muss sich nicht jeden Morgen neu entscheiden, sondern Er war sich in Seiner Liebe zu uns schon immer entschieden. Aber woher kommt nun dieser Gedanke, dass Er uns nicht lieben könnte?

Liebe durch Werke

Ich bin so geprägt worden, dass Gott alle Menschen liebt. Er liebt die Sünder bedingungslos, doch wenn wir Christ werden, müssen wir uns Seine Liebe nun erarbeiten und was dafür tun. Wir predigen auf der Straße immer, dass Gott die Verlorenen bedingungslos liebt, doch wenn sie sich bekehrt haben, ändern wir ein wenig die Botschaft und sagen nun, dass sie regelmäßig die Bibel lesen müssen, in den Gottesdienst müssen, beten müssen, etc., damit Gott sie weiterhin liebt. Wir machen aus einem Werk der Gnade ein Gesetz. Ich möchte an dieser Stelle nun eine Frage stellen? Wenn Gott den Menschen als Sünder bereits bedingungslos und voller Hingabe geliebt hat, wieso sollte Er es nun nicht mehr tun? Das ist ein antichristlicher Gedanke, basiert auf einer Lüge und wird von einem religiösen Geist bewirkt!

Der Gedanke, dass wir uns die Liebe Gottes nun erarbeiten müssen, basiert auf der Grundlage von Werksgerechtigkeit. Wir denken, dass Gott uns nur lieben kann, wenn wir genug für Ihn getan haben und wenn wir nah an Seinem Herzen leben. Ein Stück weit „erleben“ wir das sogar so. Wenn wir genug geleistet haben, genug Bibel gelesen haben, genug gefastet haben, zu jedem Wochengebet gegangen sind, Sonntags treu unsere Gottesdienste besucht haben, genug gedient haben, genug Bla Bla Bla gemacht haben, dann gibt uns das ein gutes Gefühl. Dieses gute Gefühl, dass durch unsere Werke vermittelt wird, beziehen wir dann auf Gott. Wir fühlen uns gut, weil wir viele tolle Sachen geleistet haben, und dieses gute Gefühl beziehen wir dann letztendlich auf die Liebe Gottes. Aber nur weil durch Bibel lesen, etc. ein gutes Gefühl entsteht, heißt es nicht, dass das der Weg zur Liebe Gottes ist. Wir dürfen nicht Gefühle predigen, sondern wir müssen lernen Wahrheit zu sprechen!

Ich bin nicht gegen die eben genannten Tätigkeiten. Sie sind gute Tugenden, die wir auf jeden Fall beibehalten sollten. Aber wir tun das alles nicht, um von Gott geliebt zu werden, sondern wir tun all dies, weil wir von Ihm geliebt sind! Die Wahrheit ist, dass Er uns liebt. Er liebt uns unabhängig von unseren Werken und unabhängig von unseren Anstrengungen. Natürlich genießt Er es, wenn wir uns aktiv mit Ihm beschäftigen. Das aktive Auseinandersetzen mit Gott durch Bibel lesen, etc. hilft unserem Bewusstsein und unserer Gefühlswelt der Liebe Gottes zu begegnen, aber es heißt gleichzeitig nicht, dass Er uns nun liebt, weil wir all das geleistet haben. Seine Liebe uns gegenüber ist pure, reine und heilige Gnade und wir dürfen es nicht zu einem erarbeiteten Werk machen.

Die große Lüge

Als Jesus in Matthäus 3 von Johannes getauft wird, hört man die hörbare Stimme Gottes aus dem Himmel, die sagt: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe (vgl. Mt 3,17). Das hier gewählte Wort für geliebter leitet sich wieder aus dem griechischen Wort agape ab. Es ist dabei interessant zu sehen, dass Jesus noch bevor Er ein Werk getan hat, von Gott als ein geliebter Sohn angenommen wird. Jesus hat bis hierhin noch nichts getan, was Ihn aus unserem werksgerechten Verständnis hätte liebenswert gemacht. Er war vom Vater angenommen! Unabhängig von Werken. Gott hatte einfach so bedingungsloses Wohlgefallen an Ihm! Wow! Es ist unglaublich wie Gottes Herz hier sichtbar wird.

Anschließend geht Jesus für eine Zeit lang in die Wüste, um vom Teufel versucht zu werden. Wir alle kennen die Geschichte. Interessant dabei ist zu sehen, dass der Teufel Ihn dabei zwei Mal hinterfragt, indem er sagt „Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich…“ (vgl. Mt 4, 3 und 6). Es gibt viele wunderbare Predigten zu dieser Bibelstelle. In den meisten wird immer nur die Sohnschaft Jesu hinterfragt, dem ich zu 100% zustimme. Aber wenn man Matthäus 4 in Kontext zur Taufe Jesu in Matthäus 3 liest, dann fällt auf, dass der Feind ein wichtiges Wort wegfallen lässt. Gott sagte zu Jesus, dass Er der „geliebte Sohn” Gottes ist. Der Feind hinterfragt unseren Herrn nur mit der Aussage „Wenn du Gottes Sohn bist“. Es fehlt dieses klitzekleine Wort „geliebt“, was aber alles verändert. Der Feind will weder, dass wir wissen, dass wir Söhne und Töchter Gottes sind, noch will diese Schlange, dass wir wissen, dass wir bedingungslos geliebt sind. Wenn er das schafft, dann verlieren wir das Bewusstsein unseres Wertes und kämpfen für unseren Wert. Dann dreht sich unser Leben nur um uns selbst und nicht mehr um Jesus. Wenn das Bewusstsein unseres Wertes fehlt, dann sind wir nicht kraftvoll, sondern fühlen uns minderwertig und betrachten das ganze Leben aus dieser Sicht. Doch andersherum sind wir kraftvoll und sicher, wenn wir wissen, dass wir geliebt sind. Diese Offenbarung der bedingungslosen Annahme und der Liebe Gottes macht so viel aus. Die Erkenntnis, dass wir geliebt sind, füllt jeden Mangel in uns und befähigt ein christuszentriertes Leben zu führen, was Ihn bekannt und groß machen will. Es sucht nicht mehr nach eigener Erfüllung, weil es bereits erfüllt ist. Es führt uns in die Freiheit, weil Wahrheit immer frei macht. Und nur in Freiheit können wir Ihn repräsentieren und in der Welt bekannt machen. Und diese Liebe ist unabhängig von unseren Werken.

Gott liebt dich

Er liebt dich! Er liebt dich in jedem Augenblick! Jeden Moment deines Lebens ist Er radikal verliebt und verschossen in dich. In deinen Fehlern und falschen Entscheidungen, selbst gerade jetzt liebt Er dich. Gott ist Liebe (agape)(vgl. 1Joh 4,16). Er ist bedingungslose Liebe und wir sind das „Objekt“ Seiner Liebe. Wir sind seine Liebessklaven. Er will uns zu jedem Zeitpunkt unseres Lebens mit dieser Liebe – Seinem Wesen – überschütten. Für Ihn stellt sich nicht jeden Tag neu die Frage nach „Ja“ oder „Nein“, sondern Er hat schon immer „Ja“ zu uns gesagt. Seine Liebe zu erarbeiten ist ein Waisendenken. Söhne wissen, dass sie geliebt sind und ich bete, dass Du das immer mehr erkennst. Mein Gebet für Dich ist, dass das zu einer tiefen Offenbarung in Deinem Leben wird und Du frei von jedem Leistungsdruck wirst und lernst Dich einfach in die Liebe Gottes fallen zu lassen. Gott liebt Dich!

Du geliebtes Kind
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